05.11.2013 – Pressebericht: „Speed-Dating“ – Fahrsicherheitstraning für Frauen

PRESSEBERICHT

 

 

Das Magazin „myself“ berichtete in einem Artikel „Speed-Dating“ über das MERTEL-Event „Fahrsicherheitstraning für Frauen“ des Autohauses MERTEL Italo Cars Nürnberg. Es ist ein ungewöhnlicher Artikel der über die Erfahrungen der myself-Autorin Susanne Kaloff im Erstkontakt mit italienischen Supersportwagen berichtet.

Speed-Dating

»myself-Autorin Susanne Kaloff hat ihren neuen Freund in einer ungewöhnlichen Fahrschule kennengelernt. Er ist Italiener und ziemlich schnell.

Mit dem rechten Fuss stehe ich auf der Bremse, meine Hände halten sich krampfhaft am Lederlenkrad des Maserati fest. Ich starre auf den Hindernisparcours des ADAC-Geländes im oberfränkischen Schlüsselfeld, durch den ich gleich 500 PS steuern soll. Ein Gefühl exakt wie in der Achterbahn, ich hasse Geschwindigkeit, am liebsten würde ich türmen.

Ich bin eine von acht Teilnehmerinnen des „Fahrsicherheitstrainings für Frauen“, das ein Ferrari- und Maserati-Händler aus Nürnberg zusammen mit dem ADAC Nordbayern veranstaltet. Die Idee dazu stammt angeblich von Siegfried Mertels männlicher Kundschaft, die offenbar Angst um ihre Luxusschlitten hat. 350 Euro lassen sich die Herren das „Ladies Driving & Fun Package“ kosten. Ein Schnäppchen, verglichen mit möglichen Reparaturkosten – und offenbar eine Marktlücke, denn das Training findet „aufgrund der extrem großen Nachfrage“, wie auf dem Flyer steht, schon zum zweiten Mal statt. 350 Euro in die Chauvikasse, oder?

„Schnell geradeaus fahren kann jeder“, meint Autohauschef Siegfried Mertel. „Hier geht es darum, die Möglichkeiten und Grenzen Ihres Fahrzeugs zu erkennen.“ Wir würden lernen, unser Auto zu beherrschen, wenn wir abrupt bremsen oder ausweichen müssten – ohne Angst zu haben, die Kontrolle zu verlieren. Der Fahrsicherheitstrainer Jürgen Obst erklärt die Regeln: Erstens sei alles freiwillig, zweitens hätten wir uns an die Geschwindigkeitsgrenzen zu halten, es gelte überall Überholverbot, und beim Hindernisfahren sollen wir die Pylonen, also die orange-weißen Hindernishütchen, nicht über-, sondern bitte um sie herumfahren. Ach ja, und „die größte Unfallgefahr besteht, wenn nachher alle Frauen gleichzeitig ausparken“. Gut möglich, dass sich hinter diesen Witzchen kein Sexismus verbirgt, sondern die Vermutung, dass Frauen am Steuer tatsächlich unsicherer sind. Ich habe meinen Führerschein 1988 in der Ferienfahrschule im Odenwald gemacht. Seit diesem zweiwöchigen Crashkurs fahre ich unfallfrei, besitze einen 15 Jahre alten VW Lupo mit 50 PS und Fensterkurbel, ohne Servolenkung. Die Sonderausstattung? Meine Oberarmmuskeln. Und die werden jetzt einen 500-PS-Maserati lenken.

Ich hebe den Fuss von der Bremse und trete aufs Gas. Die Kraft des Wagens presst mich in den Sitz, als wäre dies das Batmobil, aber seine Kraft ist es eben auch, die den Motor so verführerisch klingen lässt. Ich lege mich in jede Kurve, quietsche mindestens so laut wie die Reifen und überfahre die Hälfte der orange-weißen Hütchen. Mit mehr als vier Metern ist der Wagen um einiges länger als mein Kleinwagen. Der zweite Versuch läuft schon besser. Es ist nicht wirklich schwer, mit diesem Auto zu fahren, es lenkt sich ja butterweich. Allerdings dauert es eine Weile, bis ich die Power, ABS und ESP richtig einsetzen kann. Vor allem aber ist es, mit Verlaub, ziemlich geil. Auch die anderen Teilnehmerinnen schauen mittlerweile ganz euphorisiert.

Hilde trägt Nagellack in Ferrari-Rot und erzählt, dass sie früher als Wochenendpendlerin 150 000 Kilometer pro Jahr zurücklegte. Noch heute lenkt sie den Ferrari ihres Mannes auf Reisen durch Italien. Ihre Wohlfühlgeschwindigkeit liegt „bei 140 km/h“. Isabelle, eine hübsche junge Frau im Halterneck-Top, spricht leise, weiß aber genau, was sie hier will: mehr Sicherheit, wenn sie den F12 ihres Mannes fährt, einen Ferrari, mehr Rennwagen als Auto. Es ist bereits ihr zweites Fahrtraining. Eine Blondine mit schwarzer Chanel-Sonnenbrille hat 20 Jahre als Fahrlehrerin gearbeitet und möchte beim Maserati fühlen, „wie er mir wechgeht, wie er reagiert, wie er von hinten kommt“. Huch!

Die nächste Übung: 70 km/h schnell fahren und auf Kommando voll in die Eisen steigen. Die ersten beiden Male scheitere ich grandios, weil ich es einfach nicht fertigbringe, mit voller Wucht auf die Bremse zu treten. Beim dritten Mal stelle ich mir vor, ein Kind läuft mir vors Auto. Und siehe da: Die Vollbremsung klappt sofort. Die Stimmung in der Gruppe ist mittlerweile so ausgelassen wie auf einem Kindergeburtstag.

Wir lernen, wie lang der Bremsweg bei 30 km/h ist, und dass es sehr wohl einen Unterschied macht, ob wir zehn km/h schneller fahren. Wenn einem dann nämlich jemand vor das Auto läuft, hat man keine Chance mehr. Wir trainieren gegenzusteuern, wenn das Auto auf glatter Fahrbahn nach rechts ausbricht (was mit so einer beweglichen Metallplatte im Boden simuliert wird). Bedeutet für uns: ruckartig nach links lenken. Auch wenn mir die Übung schwerfällt, denke ich in dem Moment, dass ich diese Erfahrungen bestimmt gut gebrauchen kann – falls mir mal bei Regen ein Reh vor den Lupo läuft.

Nach der Mittagspause steige ich aus dem Maserati in den Ferrari 458 Spider. Kaum versinke ich in den tiefen Ledersitzen, werde ich mutig und traue mich, mal richtig Gas zu geben. Ein satter, tiefer Motorsound, ich kann mich nicht wehren: Mein Herz schlägt schneller, ich bin verknallt in diesen Italiener. Schon bei geringer Beschleunigung habe ich plötzlich ein Gefühl von Überlegenheit, von Macht und unwiderstehlichem Sex-Appeal. Herr Fasanella, ein Angestellter des Autohauses, der neben mir sitzt, sagt, ein Ferrari sei eben wie ein italienischer Maßanzug. Stimmt, allerdings einer, der eine Viertelmillion kostet – dafür aber perfekt sitzt.

Am Ende des Tages lässt Tanja, die mit dem roten Ferrari ihres Freundes am Training teilnimmt, den Wagen auf nasser Fahrbahn zehnmal um die eigene Achse kreisen. Sie hat einen Mordsspaß dabei, während wir alle um sie herumstehen und sie klatschend anfeuern.

Nun brauche ich nur noch einen Kurs, in dem ich lerne, wie ich zu so einem Ferrari komme. Klar, ich würde auch den Maserati nehmen – aber beide lieber ohne Mann. Der versperrt einem beim Ausparken nur die Sicht.
[...]«

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin Susanne Kaloff und des Magazins myself. Siehe auch die Webseite: www.myself.de

(05.11.2013; Quelle: Magazin myself, Ausgabe Oktober 2013, Autorin: Susanne Kaloff; Fotos: Enno Kapitza; Redaktion: MERTEL Italo Cars Nürnberg GmbH)

 
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